Montag, 16. April 2007

Ooty, Coonoor und Maduraj

Etwas verspätet nun die Zusammenfassung von unserem Trip nach Ooty, Coonoor und Maduraj. Der 6. April war, wie in Deutschland, frei und da haben wir uns zu neunt gedacht, man müsste das nutzen und eine 3 Tagestour machen. Eine Busfahrt von insgesamt 30 Stunden muss sich ja schließlich lohnen.

Das ist also unser Partybus: Ein 11+1 Sitzer mit DVD und CD Player. Hans (links) und Matthias sind gerade beim Einweihen des Busses.


Unser Busfahrer...der Bursche musste es mit uns die ganze Zeit aushalten. Sein Job bestand daraus, zu fahren und zu schlafen. Wobei er letzteres leider etwas vernachlässigte und wir ihn während den Nachtfahrten ständig beobachteten. Aber Dank zahlreicher Pausen, hat er uns schließlich unter vollem Einsatz der Hupe und Lichthupe von A nach B gebracht.

Nach 8-stündiger Fahrt durch die Nacht, haben wir es dann bis auf 40 km an Ooty heran geschafft. Ooty liegt auf ca. 2,5 km Höhe 350 km südwestlich von Bangalore.


Um 7:00 Uhr morgens war auch noch richtig viel Nebel und ließ das Tal wie ein Meer erscheinen.


Zu gerne hätte ich unser Gefährt selbst einmal gesteuert. Aber bei dem Fahrstil der Inder, sollte man wohl besser vorsichtig sein.

Nach weiteren zwei Stunden, sind wir dann endlich in Ooty angekommen und haben unsere "großartige" Unterkunft bezogen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg, Ooty ein bisschen zu entdecken. Hier wird ganz leckere Schokolade selbst gemacht.
Unsere Gruppe bestand übrigens außer den üblichen Verdächtigen aus Berna, Stefan, Ralf, Cindy und Matthias (von rechts). Hans ist auf dem Bild nicht zu sehen.

Nach ausgiebigem Mittag, sind wir wieder auf Sightseeingtour gegangen. Irgendwann sind wir an einem See angekommen. Ringsherum war ein Rummel aufgebaut. Wie üblich, haben wir mit unser dezent-weißen Hautfarbe Aufsehen erregt und eine Gruppe Inder wollte unbedingt Fotos mit uns machen.


Während die anderen sich für eine Bootsfahrt in der prallen Mittagssonne entschieden haben, machten wir es uns in einem Bummelzug gemütlich. Die Strecke war zwar sehr kurz geraten, aber für 20 Cent hat es dennoch Spaß gemacht.

Weiter ging es zu einer Aussichtsplattform auf einem der Berge.

Auch hier wieder waren wir interessanter als die Umgebung.

Nach einem guten Abendbrot sind kehrten wir zum Hotel zurück. Am nächsten Morgen stand eine Fahrt mit der Bergbimmelbahn nach Coonoor auf dem Plan. Für die 15km lange Strecke benötigte unser Zug eine gute anderthalbe Stunde. Aber dafür hatten wir auch viel Spaß mit den Indern. Man stelle sich 20 Mann in einem 5 m² kleinen Abteil zusammen gepfercht vor und die indischen Mitreisenden sorgen singend für Unterhaltung.

In Coonoor angekommen, sind wir in unseren Bus eingestiegen und zu einer Teeplantage / -fabrik gefahren.

Der Tourist wieder...
Schließlich trafen wir uns mit Paddy. Ein einheimischer, den wir auf der "Underground"-Party in Bangalore kennen gelernt haben. Er lud uns zu sich ein und seine Mutter und seine Schwester bereiteten ein hervoragendes Mal für uns zu. Danach ging es zu einem Verdauungsspaziergang durch die angrenzenden Teeplantagen.

Unterwegs machten wir mehr als eine Stunde Rast in einem kleinen Dorf. Die Kinder waren ganz aus dem Häusschen. So machten wir und sie viele Fotos und wir spielten Cricket...

...und Hans verteilte an die Kinder seine Sonnencreme...

und verschaffte somit der Stimmung einen Höhepunkt.

Am Abend haben wir uns dann auf den Weg zu einem Tempel auf einem der Berge gemacht - Geheimtip von Paddy.

Oben angekommen, gab Paddy uns noch ein wenig Geschichtsunterricht und erklärte uns zum Beispiel den Aufbau eines Tempels und die Schakras des Körpers.

Auf dem Weg wurde die Landschaft schon in beginnende Dunkelheit eingehüllt.

Am nächsten Morgen, also nach 9 Stunden Busfahrt, haben wir in der Nähe von Maduraj unseren ersten Stop für diesen Tag gemacht.

Den Busfahrer ließen wir dann am Bahnhof allein zurück. Schließlich musste er sich ja auch auf eine 10h Busfahrt nach Bangalore am Nachmittag des Tages vorbereiten.
Neben Diesel-Rickshaws gab es auch die menschbetriebenen Rickshaws. Mir tat es aber irgendwie leid, den abgemagerten Rickshawfahrern 3 gut gesättigte Europäer auf den Buckel zu setzen. So entschieden Daniel, Ralf und ich uns für einen Spaziergang.

In praller Sonne (man beobachte den Schatten) brauchte man auch entsprechenden Schutz. Daniel mit seinem Pulli...

...und ich mit dem üblichen Beinkleid der männlichen Bevölkerung auf dem Kopf.

Nach einem Besuch in dem wirklichen großen Tempel von Maduraj sind wir zum Palast gepilgert und schließlich bei einer katholischen Kirche mit angrenzender Schule gelandet.
Im Tempel konnte man leider nicht in die interessanten Räume, wenn man nicht der hinduistischen Glaubenskultur angehört. Also begnügten wir uns mit einem Rundgang.
Der Palast war auch leider nur noch zu einem Viertel vorhanden, denn der Rest ist abgebrannt und wird derzeit restauriert.

Gegen um Vier haben wir uns dann auf den Weg nach Bangalore gemacht. Um die Fahrt erträglicher zu gestalten, haben wir uns Wodka, Cola und Bier organisiert und spielten Karten.

Mit schlafen wurde dann aber leider meinerseits trotzdem nicht so viel. Ich hab mir Sorgen um unseren Busfahrer gemacht, denn auf die Frage, ob er denn ausgeruht sei, antwortete er mit ja. Als er den Bus starten wollte, war die Batterie leer. Da hat er wohl an Stelle zu schlafen lieber seine Bollywood-Filme angeschaut hat.

Um 4 in der Nacht sind wir dann doch wohlbehalten in Bangalore wieder angekommen.

Donnerstag, 12. April 2007

*?*

Eigentlich hatte unser eins ja heute vor, Bowling spielen zu gehen. Also rief ich noch Elaine an, wie es denn aussieht mit Bowling. Da meinte sie, dass es heute nicht geht bei ihr und es würde regnen. REGNEN *?* --- ich hab mich 3mal erkundigt, ob sie mich auf den Arm nehmen wollte. Sie ist dann mit ihrem Telefon rausgelaufen und ich sollte den Regen hören. Wie zu erwarten hörte ich nichts. Also aßen wir unsere Sandwichs auf und spazierten dann in Richtung Gästehaus. Unterwegs machten wir uns noch lustig über so einen blöden Versuch mich zu vera***. Kurz vorm Gästehaus dann die ersten Tropfen Wasser. Schweigen und Staunen. Was sollte das für ein Segen sein...
Also rein ins Gästehaus, die Badehose an und rauf auf die Terrasse. Leider hab ich kein Beweisfoto vom Regen selbst. Aber dafür sind hier die beiden Schmocks zu sehen ;)
Auf dem Dach haben wir dann mal wieder unseren kindlichen Trieben freien Lauf gelassen und lautstark gesungen und Tänze^^ aufgeführt.


Die Bilder und Beschreibungen vom Wochenende gibt es dann wohl doch erst Morgen zu sehen. Heut bin ich zu müde.

Mittwoch, 11. April 2007

Ooty, Coonoor, Maduraj und viel Bus

...das sind die Erlebnisse vom letzten Wochenende. Nicht das jemand denkt, ich würde nix mehr schreiben...Morgen gibt's den ausführlichen Bericht mit Bildern in Farbe und bunt ;)
Bis dahin...ich muss jetzt leider von der Arbeit los, in mein Taxi, mich aufbrezeln und im Anschluss zu einer Party im Beach (so heißt die Disko) :P

Mittwoch, 4. April 2007

Rickshaw Drive

Ich hab unter den folgenden Links Videos gefunden, die recht gut eine Rickshawfahrt in Bangalore widergeben. Ist auf jeden Fall eine lustige Sache und eine preiswerte dazu, wenn man für 6 Rs pro Kilometer vorankommen will. Manche Fahrer meinen natürlich, dass sie Kapital aus unserem weißen Hintern schlagen könnten, aber solange man sich in der Gegend auskennt und die Entfernung weiß, kann man dieser Abzocke recht gut Paroli bieten.

EDIT: Dieser Link ist auch ein Highlight für alle die eine Vorstellung von Rickshaws gewonnen haben: Rickshaw Racing.

National Park


Etwas verspätet, die neuesten Ereignisse und Erlebnisse.

Am Samstag letztes Wochenende haben wir uns vorgenommen den National Park etwas außerhalb von Bangalore zu besuchen.

Mutig, wie wir sind, haben wir uns an die öffentlichen Verkehrsmittel (Bus) gewagt. Man hat zwar keine Ahnung wo welche Busse hinfahren, geschweige denn anhalten oder wann sie denn losfahren, aber dafür gibt es umso mehr hilfsbereite Inder, die einem gern den Weg beschreiben. Allerdings ist hier auch wieder Vorsicht geboten, denn Nein-sagen kennt der Inder nicht. Also kann man auch schonmal den falschen Bus empfohlen bekommen. Aber man hat ja Zeit :)

Auf dem Weg sieht man dann wieder aller Hand lustige und interessante Sachen. Zum Beispiel den Mopedfahrer hier: Helm ist ja seit neuestem für den Fahrer pflicht, also nimmt man doch einfach einen Bauhelm, befestigt ein Gummiband zum Halt und die Polizei ist zufrieden.

Man könnte meinen, dass es zum Umschichten des Sandaufens mehr Leute benötigt, um den Sand in das bisherige Gemäuer zu bringen. Aber in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben die Inder uns einiges voraus :P.




Nach knapp 2 Stunden haben wie es dann geschafft im National Park anzukommen. Wir entschieden uns, die Safaritour durch das 100 km² große Gebiet zu nehmen.


Dort haben wir dann tatsächlich Tiere in freier Wildbahn beobachten können. Dieser Zeitgenosse wurde mit deer (Reh/Hirsch) beschrieben...



...genauso wie dieser hier.


Nach einer gewissen Zeit ging es dann durch eine Schleuse. OO...als nächstes muss was Gefährliches kommen.



Gefährlich? Naja vielleicht verspielt, aber gefährlich sieht dieser Bär nun ganz und gar nicht aus. Irrtum - wie sich im Zoo später beobachten ließ, haben diese Zeitgenossen viel Kraft und eine laute Stimme.




Wieder durch eine Schleuse durch und wir waren im Tigergebiet. Ist schon atemberaubend ein solches Tier einen Meter vorm Bus hoheitlich entlang spazieren zu gehen.



Aber noch interessanter waren die weißen Tiger. Wir haben uns schon überlegt unser Vorhaben 2 Elefanten mitzunehmen zu lassen und dafür weiße Tiger in den Koffer zu packen...waren uns aber schnell einig, dass wir trotzdem einen Elefanten brauchen - wie sollen wir sonst zur BA kommen?


Ich persönlich fande es wirklich gut, dass die Tiere ein richtig großes Gebiet haben, um zu leben. Zumindest die, die nicht im Zoo eingesperrt sind.


Alle Tiere, die man unterwegs nicht sehen konnte, weil sie entweder keine Lust hatten sich zu zeigen oder einfach nicht da waren :) konnte man anschließend im Zoo anschauen.
Hier zum Beispiel Schlangen....


...Schildkröten unterschiedlicher Größe aber mit interessanten Höckern...

...Elephanten, sogar ein Bulle ist dabei...

...Affen...

...ach nein. Das sind die Affen. Oben drüber sind Daniel, Hanna und Berna.







Irgendwann hatten wir dann alles im Zoo gesehen, inklusive der gemeinen europäischen Bahnhofstaube (was für eine Attraktion) und wollten uns wieder auf den Rückweg machen. Vier Busse stehen da. Wir steigen in den Bus ein, wo die meisten Leute drin sitzen. Unser Bus fährt als letztes...ganz toll. Ich bin mir sicher, dass wir auch noch eine Stunde länger gewartet hätten, wenn wir nicht den Bus gewechselt hätten.
Nach 3 Stunden vom Verlassen des Zoos bis zur Ankunft in Bangalore, haben wir es uns dann bei TGI Fridays gemütlich gemacht und einen großen Burger in uns hinein gestopft.

Der Sonntag war dann wieder zum chillen da. Schön lange schlafen, um 12:00 Uhr frühstücken, um 19:00 Uhr Mittag essen und Abendbrot fällt ganz aus, oder wir durch Chips ergänzt.


Um 8 haben uns dann Hans, Stefan und Berna besucht und wir haben es uns auf der Terasse unseres Gästehauses gemütlich gemacht.

Freitag, 30. März 2007

Fahrt zur Arbeit

Was für ein wunderschöner Morgen. Man wacht halb neun auf, duscht sich, geht gemütlich frühstücken, packt seine Sachen und setzt sich dann in aller Ruhe in sein Taxi. Die Sonne strahlt (eigentlich ist es viel zu warm), die Vögel zwitschern, die Autos hupen und der Kanal stinkt. Die Fahrt beginnt (!was für ein Reim!). Üblich viel Verkehr auf der Straße, aber mein Taxifahrer versteht sein Handwerk und manövriert uns unter vollem Einsatz seiner Hupe "sicher" durch das Getümmel. Nach 25 minütiger Fahrt kommt man zu einer "Bridge over the Road" - Brücke über eine Straße, sehr einfallsreich. Es gibt natürlich auch noch einen anderen Namen, den kann ich mir aber leider nicht merken und ich könnte wetten, dass der das gleiche nur auf Hindu bedeutet.
Diese Brücke wurde heute jedenfalls mit einem halben Jahr Verspätung fertig gestellt - architektonische Meisterleistung: ich bin mir sicher, dass die Brücke jeden Sturm und jede Flutwelle aushält (wo auch immer die in Bangalore herkommen soll), denn die Brücke ist einfach nur ein Betonklotz. Gekostet hat das Projekt reichlich 13 Millionen Euro und wird heut auch gleich vom Ministerpräsidenten Karnatakas eröffnet, nicht ohne Schutz von mehreren Dutzend Polizisten. So viel hab ich hier noch nie auf einem Haufen gesehen.
Kaum haben wir die Brücke hinter uns gelassen, meinte sich ein Reifen verabschieden zu müssen. In Rekordzeit von unter einer viertel Stunde wechselte mein Fahrer den Reifen. In der Zwischenzeit hatte ein Motorradfahrer seine Augen scheinbar auf etwas anderes gerichtet als die Straße und merkte in letzter Sekunde, dass das Auto vor ihm bremste. Er selbst kam eine Haaresbreite dahinter zum stehen, oder sollte man besser liegen sagen. Der Fahrer scheint aber unverletzt davon gekommen zu sein und so stieg er meckernd auf sein Motorrad und fuhr weiter.
Eine viertel Stunde später bin ich dann wohlbehalten auf Arbeit angekommen.

Dienstag, 27. März 2007

The Golden Cinema

Als reicher Deutscher, der übrigens schon in seiner Ausbildungszeit soviel verdient, wie ein ausgewachsener indischer Entwickler, kann man es sich ja auch leisten, für 8€ ins Kino zu gehen. Der Eintrittspreis mag ja für deutsche Kinos fast noch preiswert sein, aber für ein indisches Kino ist das absolute Oberklasse. So wurden wir auf einem roten Teppich in den Kinosaal geführt. Dort erwartete uns eine Leinwand so groß wie in einem deutschen Kino mit gut 200 Plätzen, mit dem Unterschied, dass es hier nur 32 "Plätze" gab. Man stelle sich einen bequemen, mit Samt bestückten Sessel vor, der per Knopfdruck in eine Liege verwandelt werden kann. Wir machten es und also bequem und es dauerte nicht lange, bis der erste Kellner unser Wohlbefinden verbessern wollte und uns Snacks und Getränke anbot.
Geschaut haben wir übrigens Pursuit of Happyness, ein Film, der auf jeden Fall zu empfehlen ist. Vor allem wurde man wieder auf den Boden der Realität geholt, wie gut es uns geht und wieviel Armut eine Handbreite von uns entfernt ist...