Montag, 16. April 2007

Ooty, Coonoor und Maduraj

Etwas verspätet nun die Zusammenfassung von unserem Trip nach Ooty, Coonoor und Maduraj. Der 6. April war, wie in Deutschland, frei und da haben wir uns zu neunt gedacht, man müsste das nutzen und eine 3 Tagestour machen. Eine Busfahrt von insgesamt 30 Stunden muss sich ja schließlich lohnen.

Das ist also unser Partybus: Ein 11+1 Sitzer mit DVD und CD Player. Hans (links) und Matthias sind gerade beim Einweihen des Busses.


Unser Busfahrer...der Bursche musste es mit uns die ganze Zeit aushalten. Sein Job bestand daraus, zu fahren und zu schlafen. Wobei er letzteres leider etwas vernachlässigte und wir ihn während den Nachtfahrten ständig beobachteten. Aber Dank zahlreicher Pausen, hat er uns schließlich unter vollem Einsatz der Hupe und Lichthupe von A nach B gebracht.

Nach 8-stündiger Fahrt durch die Nacht, haben wir es dann bis auf 40 km an Ooty heran geschafft. Ooty liegt auf ca. 2,5 km Höhe 350 km südwestlich von Bangalore.


Um 7:00 Uhr morgens war auch noch richtig viel Nebel und ließ das Tal wie ein Meer erscheinen.


Zu gerne hätte ich unser Gefährt selbst einmal gesteuert. Aber bei dem Fahrstil der Inder, sollte man wohl besser vorsichtig sein.

Nach weiteren zwei Stunden, sind wir dann endlich in Ooty angekommen und haben unsere "großartige" Unterkunft bezogen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg, Ooty ein bisschen zu entdecken. Hier wird ganz leckere Schokolade selbst gemacht.
Unsere Gruppe bestand übrigens außer den üblichen Verdächtigen aus Berna, Stefan, Ralf, Cindy und Matthias (von rechts). Hans ist auf dem Bild nicht zu sehen.

Nach ausgiebigem Mittag, sind wir wieder auf Sightseeingtour gegangen. Irgendwann sind wir an einem See angekommen. Ringsherum war ein Rummel aufgebaut. Wie üblich, haben wir mit unser dezent-weißen Hautfarbe Aufsehen erregt und eine Gruppe Inder wollte unbedingt Fotos mit uns machen.


Während die anderen sich für eine Bootsfahrt in der prallen Mittagssonne entschieden haben, machten wir es uns in einem Bummelzug gemütlich. Die Strecke war zwar sehr kurz geraten, aber für 20 Cent hat es dennoch Spaß gemacht.

Weiter ging es zu einer Aussichtsplattform auf einem der Berge.

Auch hier wieder waren wir interessanter als die Umgebung.

Nach einem guten Abendbrot sind kehrten wir zum Hotel zurück. Am nächsten Morgen stand eine Fahrt mit der Bergbimmelbahn nach Coonoor auf dem Plan. Für die 15km lange Strecke benötigte unser Zug eine gute anderthalbe Stunde. Aber dafür hatten wir auch viel Spaß mit den Indern. Man stelle sich 20 Mann in einem 5 m² kleinen Abteil zusammen gepfercht vor und die indischen Mitreisenden sorgen singend für Unterhaltung.

In Coonoor angekommen, sind wir in unseren Bus eingestiegen und zu einer Teeplantage / -fabrik gefahren.

Der Tourist wieder...
Schließlich trafen wir uns mit Paddy. Ein einheimischer, den wir auf der "Underground"-Party in Bangalore kennen gelernt haben. Er lud uns zu sich ein und seine Mutter und seine Schwester bereiteten ein hervoragendes Mal für uns zu. Danach ging es zu einem Verdauungsspaziergang durch die angrenzenden Teeplantagen.

Unterwegs machten wir mehr als eine Stunde Rast in einem kleinen Dorf. Die Kinder waren ganz aus dem Häusschen. So machten wir und sie viele Fotos und wir spielten Cricket...

...und Hans verteilte an die Kinder seine Sonnencreme...

und verschaffte somit der Stimmung einen Höhepunkt.

Am Abend haben wir uns dann auf den Weg zu einem Tempel auf einem der Berge gemacht - Geheimtip von Paddy.

Oben angekommen, gab Paddy uns noch ein wenig Geschichtsunterricht und erklärte uns zum Beispiel den Aufbau eines Tempels und die Schakras des Körpers.

Auf dem Weg wurde die Landschaft schon in beginnende Dunkelheit eingehüllt.

Am nächsten Morgen, also nach 9 Stunden Busfahrt, haben wir in der Nähe von Maduraj unseren ersten Stop für diesen Tag gemacht.

Den Busfahrer ließen wir dann am Bahnhof allein zurück. Schließlich musste er sich ja auch auf eine 10h Busfahrt nach Bangalore am Nachmittag des Tages vorbereiten.
Neben Diesel-Rickshaws gab es auch die menschbetriebenen Rickshaws. Mir tat es aber irgendwie leid, den abgemagerten Rickshawfahrern 3 gut gesättigte Europäer auf den Buckel zu setzen. So entschieden Daniel, Ralf und ich uns für einen Spaziergang.

In praller Sonne (man beobachte den Schatten) brauchte man auch entsprechenden Schutz. Daniel mit seinem Pulli...

...und ich mit dem üblichen Beinkleid der männlichen Bevölkerung auf dem Kopf.

Nach einem Besuch in dem wirklichen großen Tempel von Maduraj sind wir zum Palast gepilgert und schließlich bei einer katholischen Kirche mit angrenzender Schule gelandet.
Im Tempel konnte man leider nicht in die interessanten Räume, wenn man nicht der hinduistischen Glaubenskultur angehört. Also begnügten wir uns mit einem Rundgang.
Der Palast war auch leider nur noch zu einem Viertel vorhanden, denn der Rest ist abgebrannt und wird derzeit restauriert.

Gegen um Vier haben wir uns dann auf den Weg nach Bangalore gemacht. Um die Fahrt erträglicher zu gestalten, haben wir uns Wodka, Cola und Bier organisiert und spielten Karten.

Mit schlafen wurde dann aber leider meinerseits trotzdem nicht so viel. Ich hab mir Sorgen um unseren Busfahrer gemacht, denn auf die Frage, ob er denn ausgeruht sei, antwortete er mit ja. Als er den Bus starten wollte, war die Batterie leer. Da hat er wohl an Stelle zu schlafen lieber seine Bollywood-Filme angeschaut hat.

Um 4 in der Nacht sind wir dann doch wohlbehalten in Bangalore wieder angekommen.

Donnerstag, 12. April 2007

*?*

Eigentlich hatte unser eins ja heute vor, Bowling spielen zu gehen. Also rief ich noch Elaine an, wie es denn aussieht mit Bowling. Da meinte sie, dass es heute nicht geht bei ihr und es würde regnen. REGNEN *?* --- ich hab mich 3mal erkundigt, ob sie mich auf den Arm nehmen wollte. Sie ist dann mit ihrem Telefon rausgelaufen und ich sollte den Regen hören. Wie zu erwarten hörte ich nichts. Also aßen wir unsere Sandwichs auf und spazierten dann in Richtung Gästehaus. Unterwegs machten wir uns noch lustig über so einen blöden Versuch mich zu vera***. Kurz vorm Gästehaus dann die ersten Tropfen Wasser. Schweigen und Staunen. Was sollte das für ein Segen sein...
Also rein ins Gästehaus, die Badehose an und rauf auf die Terrasse. Leider hab ich kein Beweisfoto vom Regen selbst. Aber dafür sind hier die beiden Schmocks zu sehen ;)
Auf dem Dach haben wir dann mal wieder unseren kindlichen Trieben freien Lauf gelassen und lautstark gesungen und Tänze^^ aufgeführt.


Die Bilder und Beschreibungen vom Wochenende gibt es dann wohl doch erst Morgen zu sehen. Heut bin ich zu müde.

Mittwoch, 11. April 2007

Ooty, Coonoor, Maduraj und viel Bus

...das sind die Erlebnisse vom letzten Wochenende. Nicht das jemand denkt, ich würde nix mehr schreiben...Morgen gibt's den ausführlichen Bericht mit Bildern in Farbe und bunt ;)
Bis dahin...ich muss jetzt leider von der Arbeit los, in mein Taxi, mich aufbrezeln und im Anschluss zu einer Party im Beach (so heißt die Disko) :P

Mittwoch, 4. April 2007

Rickshaw Drive

Ich hab unter den folgenden Links Videos gefunden, die recht gut eine Rickshawfahrt in Bangalore widergeben. Ist auf jeden Fall eine lustige Sache und eine preiswerte dazu, wenn man für 6 Rs pro Kilometer vorankommen will. Manche Fahrer meinen natürlich, dass sie Kapital aus unserem weißen Hintern schlagen könnten, aber solange man sich in der Gegend auskennt und die Entfernung weiß, kann man dieser Abzocke recht gut Paroli bieten.

EDIT: Dieser Link ist auch ein Highlight für alle die eine Vorstellung von Rickshaws gewonnen haben: Rickshaw Racing.

National Park


Etwas verspätet, die neuesten Ereignisse und Erlebnisse.

Am Samstag letztes Wochenende haben wir uns vorgenommen den National Park etwas außerhalb von Bangalore zu besuchen.

Mutig, wie wir sind, haben wir uns an die öffentlichen Verkehrsmittel (Bus) gewagt. Man hat zwar keine Ahnung wo welche Busse hinfahren, geschweige denn anhalten oder wann sie denn losfahren, aber dafür gibt es umso mehr hilfsbereite Inder, die einem gern den Weg beschreiben. Allerdings ist hier auch wieder Vorsicht geboten, denn Nein-sagen kennt der Inder nicht. Also kann man auch schonmal den falschen Bus empfohlen bekommen. Aber man hat ja Zeit :)

Auf dem Weg sieht man dann wieder aller Hand lustige und interessante Sachen. Zum Beispiel den Mopedfahrer hier: Helm ist ja seit neuestem für den Fahrer pflicht, also nimmt man doch einfach einen Bauhelm, befestigt ein Gummiband zum Halt und die Polizei ist zufrieden.

Man könnte meinen, dass es zum Umschichten des Sandaufens mehr Leute benötigt, um den Sand in das bisherige Gemäuer zu bringen. Aber in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben die Inder uns einiges voraus :P.




Nach knapp 2 Stunden haben wie es dann geschafft im National Park anzukommen. Wir entschieden uns, die Safaritour durch das 100 km² große Gebiet zu nehmen.


Dort haben wir dann tatsächlich Tiere in freier Wildbahn beobachten können. Dieser Zeitgenosse wurde mit deer (Reh/Hirsch) beschrieben...



...genauso wie dieser hier.


Nach einer gewissen Zeit ging es dann durch eine Schleuse. OO...als nächstes muss was Gefährliches kommen.



Gefährlich? Naja vielleicht verspielt, aber gefährlich sieht dieser Bär nun ganz und gar nicht aus. Irrtum - wie sich im Zoo später beobachten ließ, haben diese Zeitgenossen viel Kraft und eine laute Stimme.




Wieder durch eine Schleuse durch und wir waren im Tigergebiet. Ist schon atemberaubend ein solches Tier einen Meter vorm Bus hoheitlich entlang spazieren zu gehen.



Aber noch interessanter waren die weißen Tiger. Wir haben uns schon überlegt unser Vorhaben 2 Elefanten mitzunehmen zu lassen und dafür weiße Tiger in den Koffer zu packen...waren uns aber schnell einig, dass wir trotzdem einen Elefanten brauchen - wie sollen wir sonst zur BA kommen?


Ich persönlich fande es wirklich gut, dass die Tiere ein richtig großes Gebiet haben, um zu leben. Zumindest die, die nicht im Zoo eingesperrt sind.


Alle Tiere, die man unterwegs nicht sehen konnte, weil sie entweder keine Lust hatten sich zu zeigen oder einfach nicht da waren :) konnte man anschließend im Zoo anschauen.
Hier zum Beispiel Schlangen....


...Schildkröten unterschiedlicher Größe aber mit interessanten Höckern...

...Elephanten, sogar ein Bulle ist dabei...

...Affen...

...ach nein. Das sind die Affen. Oben drüber sind Daniel, Hanna und Berna.







Irgendwann hatten wir dann alles im Zoo gesehen, inklusive der gemeinen europäischen Bahnhofstaube (was für eine Attraktion) und wollten uns wieder auf den Rückweg machen. Vier Busse stehen da. Wir steigen in den Bus ein, wo die meisten Leute drin sitzen. Unser Bus fährt als letztes...ganz toll. Ich bin mir sicher, dass wir auch noch eine Stunde länger gewartet hätten, wenn wir nicht den Bus gewechselt hätten.
Nach 3 Stunden vom Verlassen des Zoos bis zur Ankunft in Bangalore, haben wir es uns dann bei TGI Fridays gemütlich gemacht und einen großen Burger in uns hinein gestopft.

Der Sonntag war dann wieder zum chillen da. Schön lange schlafen, um 12:00 Uhr frühstücken, um 19:00 Uhr Mittag essen und Abendbrot fällt ganz aus, oder wir durch Chips ergänzt.


Um 8 haben uns dann Hans, Stefan und Berna besucht und wir haben es uns auf der Terasse unseres Gästehauses gemütlich gemacht.

Freitag, 30. März 2007

Fahrt zur Arbeit

Was für ein wunderschöner Morgen. Man wacht halb neun auf, duscht sich, geht gemütlich frühstücken, packt seine Sachen und setzt sich dann in aller Ruhe in sein Taxi. Die Sonne strahlt (eigentlich ist es viel zu warm), die Vögel zwitschern, die Autos hupen und der Kanal stinkt. Die Fahrt beginnt (!was für ein Reim!). Üblich viel Verkehr auf der Straße, aber mein Taxifahrer versteht sein Handwerk und manövriert uns unter vollem Einsatz seiner Hupe "sicher" durch das Getümmel. Nach 25 minütiger Fahrt kommt man zu einer "Bridge over the Road" - Brücke über eine Straße, sehr einfallsreich. Es gibt natürlich auch noch einen anderen Namen, den kann ich mir aber leider nicht merken und ich könnte wetten, dass der das gleiche nur auf Hindu bedeutet.
Diese Brücke wurde heute jedenfalls mit einem halben Jahr Verspätung fertig gestellt - architektonische Meisterleistung: ich bin mir sicher, dass die Brücke jeden Sturm und jede Flutwelle aushält (wo auch immer die in Bangalore herkommen soll), denn die Brücke ist einfach nur ein Betonklotz. Gekostet hat das Projekt reichlich 13 Millionen Euro und wird heut auch gleich vom Ministerpräsidenten Karnatakas eröffnet, nicht ohne Schutz von mehreren Dutzend Polizisten. So viel hab ich hier noch nie auf einem Haufen gesehen.
Kaum haben wir die Brücke hinter uns gelassen, meinte sich ein Reifen verabschieden zu müssen. In Rekordzeit von unter einer viertel Stunde wechselte mein Fahrer den Reifen. In der Zwischenzeit hatte ein Motorradfahrer seine Augen scheinbar auf etwas anderes gerichtet als die Straße und merkte in letzter Sekunde, dass das Auto vor ihm bremste. Er selbst kam eine Haaresbreite dahinter zum stehen, oder sollte man besser liegen sagen. Der Fahrer scheint aber unverletzt davon gekommen zu sein und so stieg er meckernd auf sein Motorrad und fuhr weiter.
Eine viertel Stunde später bin ich dann wohlbehalten auf Arbeit angekommen.

Dienstag, 27. März 2007

The Golden Cinema

Als reicher Deutscher, der übrigens schon in seiner Ausbildungszeit soviel verdient, wie ein ausgewachsener indischer Entwickler, kann man es sich ja auch leisten, für 8€ ins Kino zu gehen. Der Eintrittspreis mag ja für deutsche Kinos fast noch preiswert sein, aber für ein indisches Kino ist das absolute Oberklasse. So wurden wir auf einem roten Teppich in den Kinosaal geführt. Dort erwartete uns eine Leinwand so groß wie in einem deutschen Kino mit gut 200 Plätzen, mit dem Unterschied, dass es hier nur 32 "Plätze" gab. Man stelle sich einen bequemen, mit Samt bestückten Sessel vor, der per Knopfdruck in eine Liege verwandelt werden kann. Wir machten es und also bequem und es dauerte nicht lange, bis der erste Kellner unser Wohlbefinden verbessern wollte und uns Snacks und Getränke anbot.
Geschaut haben wir übrigens Pursuit of Happyness, ein Film, der auf jeden Fall zu empfehlen ist. Vor allem wurde man wieder auf den Boden der Realität geholt, wie gut es uns geht und wieviel Armut eine Handbreite von uns entfernt ist...

Montag, 26. März 2007

The Great Party

Die Zeit vergeht wie im Flug (obwohl ein Flug auch langweilig sein kann und man die Ankunft kaum erwartet :) ), denn jetzt ist schon der erste Monat meines Aufenthalts in Indien vorbei.

Für Samstag wollten wir uns mit Judit zu einer Stadtrundfahrt durch Bangalore treffen. Bedeutete für uns erstmal ausschlafen und zu um 13:00 Uhr dann in die Stadt fahren lassen, Rickshaws gibt es ja genug. Treffpunkt war Bangalore Central - eine recht große Mall, ähnlich wie Kaufhof bei uns. Maurice wollte ein bisschen bummeln gehen und blieb deswegen dort, während Daniel, Judit und ich uns von Judits Fahrer zum Treffpunkt der Stadtrundfahrt kutschieren lassen haben. Der Fahrer wusste nicht ganz genau, wo das sein sollte, ließ sich aber dennoch nicht durch die Uhr beindrucken. Aber hier lebt man ja auch nach Indian Standard Time, was bedeutet, dass es auf eine Stunde früher oder später nicht ankommt. Irgendwann haben wir dann das Touristenbüro gefunden, mittlerweile war es auch nach 14:00 Uhr und Busse gab es weit und breit nicht. Also rein in das Büro und fragen wo man die Tickets für die Tour kaufen kann, Pustekuchen, denn begrüßt wurden wir mit gähnender Leere: Mittagspause bis halb drei :(. Selbst mit der für Indien typischen Verspätung haben wir die Tour jetzt definitiv verpasst. Also erkundigten wir uns, wann wir uns Anmelden können und sind dann wieder abgetrabt. Auf Sightseeing hatten wir dann auch irgenwie nicht mehr so richtig Lust und baten den Fahrer uns doch bitte wieder abzuholen. 2 Minuten später war er da.
Uns wurde schon mehrfach von einem Markt erzählt, wo man Hemden für 150Rs (ca. 2,70€) einkaufen kann. Der Fahrer kannte auch den Ort und chauffierte uns dorthin. Wir fanden dort eine rießige Auswahl an Hemden, Hosen und Saris. Im Laufe des Tages kaufte Daniel sich 3 Hemden und eine Hose und ich mir 2 Hemden und eine Hose und eine Gürtel, der auf links und rechts zu tragen ist und damit 2 unterschiedliche Farben hat - wie toll :D. Alles in Allem haben wir rund 40€ ausgegeben. Judit hat dann auch irgendwann eine Hose für sich gefunden und gegen 7 waren wir wieder im Gästehaus.
Für 20:00 Uhr waren wir mit Doreen und Nico zum Essen im legendären Maharaja Restaurant verabredet. In weiser Voraussicht auf die Menge haben wir uns zu 6, Hanna hat sich auch noch dazugesellt, nur 3 Gerichte bestellt.

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Für die Nacht wollten wir zu einer Party gehen. Allerdings ist das Veranstalten von Privatpartys nicht ganz so einfach, denn in Bangalore machen die Restaurants, Diskos und Pubs seit 2 Jahren schon gegen elf zu. Der Grund liegt darin, dass es der Polizei wohl irgendwann zu bunt geworden ist.
Die Feier war wohl schon einen Monat lang angekündigt, trotzdem haben wir erst 3 Tage davor davon erfahren. Man sollte also zu einem Auto in einem abgelegenen Stadtteil fahren, 500Rs bezahlen und bekommt dann den Eintrittsstempel und die Adresse der Veranstaltung. Judit und Doreen war die ganze Sache dann doch zu suspekt und sie sind wieder abgeprungen. Daniel und ich hingegen sind mutig in eine Riskshaw gestiegen und haben uns in den Stadtteil fahren lassen. Je länger wir unterwegs waren, umso mulmiger wurde auch uns zu Mute: Auto am Ende der Welt, Telefonnummern, wo wir nicht wissen ob es sie gibt und keine Anschrift der Lokation...aber wir waren uns zumindest des Risikos bewusst ;) Eine halbe Stunde später meinte der Fahrer wir seien an der Adresse, wo das Auto parken sollte, aber es war weit und breit kein Auto zu sehen. Ich also die Nummern gewählt, die erste ging nicht, aber bei der 2. wurde abgehoben. Nach dem Auto gefragt und das Telefon zur Wegbeschreibung an den Fahrer weitergegeben. Weiter gefahren und wieder angerufen. Mann möchte es nicht glauben, aber wir haben das Auto tatsächlich gefunden und es standen auch recht viele Weiße dabei. Wir die 500Rs pro Person bezahlt und uns eine visitenkartengroße Karte und ein paar erklärende Worte zur Wegfindung geben lassen. Zu uns gesellte sich noch ein Ungar dazu und nun saßen wir zu dritt in der Rickshaw wieder nichts ahnend wo uns die Fahrt hinbringen würde. Der Fahrer hatte genauso wenig Ahnung wie wir und so kam es, dass wir uns mitten im Nichts verfahren haben. Zu unserem Glück haben dann noch eine Citytaxi und eine andere Rickshaw genau den selben falschen Weg eingeschlagen und einige Telefonate und 45 Minuten später sind wir doch tatsächlich angekommen, wo wir hinwollten.
Wir diskutierten noch kurz mit dem Fahrer, ob er denn auf uns warten könnte bis wir wieder da sind - mit entsprechender Bezahlung geht alles und so hat er auch das Geschäft des Monats mit uns gemacht.
Mit inzwischen sehr guter Laune und auch schon ein bisschen Stimmung haben wir dann die Partyzone betreten: ein rießiges Gebiet mit einer Villa, großem Pool und ein Gartenhaus mit runder Terasse oben drauf. Hier wurden auch die Getränke zur Selbstbedienung angeboten: warmer Rum, warme Softdrinks (Cola, Fanta, Sprite) und später Wasser und sogar Bananen und Melone.
Neben dem Pool war eine recht große Tanzfläche und auch ein DJ versuchte aufzulegen. Versuchte, weil es erstmal keinen Strom gab und der Vermieter der Anlage sich auch irgendwie ein bisschen quer gestellt hat.
Also hieß es erstmal etwas zu trinken besorgen. Auf der Terasse waren inzwischen an die hundert Menschen und jeder sprach mit jedem. Ungefähr so, wie eine rießige Kennenlernveranstaltung. Leute aus der ganzen Welt waren da: Chinesen, US-Amerikaner, Kandier, Inder und Europäer aus fast allen Ländern, und jeder sprach mit jedem. Neben den üblichen Standardfragen wo man her kam, was man hier macht und wie lange man in Indien ist und sein wird, wurde auch über Gott und die halbe Welt gesprochen und man hatte viel zu lachen :D
Nach einem kurzen Tanz, haben wir uns für eine Erfrischung im Pool entschieden. Erst waren wir zu dritt und haben mit einem Schwimmring gespielt, so gesellten sich nach kurzer Zeit mehr und mehr zu uns und wir haben in Mannschaften gegeneinander gekämpft. Nachdem der Schwimmring keine Lust mehr hatte und seine Luft verloren, ging es hart her beim Chickenfight. Immer 2er Teams, jeweils einer auf den Schultern des anderen und dann last-man-standing war die Devise. Das hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und man hat wieder viele neue Leute kennengelernt.
Der Rest des Abends bestand daraus, im Wechsel was trinken zu gehen und versuchen zu tanzen, denn der Besitzer meinte, er müsse dem Pool das Wasser entziehen, was übrigens einen Teil der Anlage in ein Sumpfgebiet verwandelt hat.
Von den über 200 Anwesenden hat man mit mindestens einem Viertel ein mehr oder weniger langes Gespräch geführt und mit manchen Telefonnummern und Emailadressen ausgetauscht.
Halb 5 haben wir uns dann auf die Suche nach unserer Rickshaw gemacht und sind dann gegen halb sechs wieder in der Unterkunft angekommen.
Fazit: Wenn man von der Wegfindung absieht, richtig geile Party mit coolen Leuten!

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Der Sonntag wurde dann logischer Weise zum ausschlafen, Film gucken und Computer spielen genutzt. Nur einmal sind wir raus, um uns bei Pizza Hut was zu futtern zu organisieren :)

Freitag, 23. März 2007

Lautstärke = 200 dB

Die beste Zeit zum Arbeiten ist offensichtlich vor 10:00 Uhr morgens und dann wieder nach 18:00 Uhr abends. Alles was dazwischen liegt, ist einfach mal anstrengend.
Ab um 10:00 Uhr beginnen die Meetings. Für diejenigen, die keinen freien Meetingraum mehr gefunden haben, bdeutet das, dass das Meeting lautstark am Arbeitsplatz des 100 Mann großen Großraumbüros abgehalten wird.
Sobald sich ein Grüppchen von 3 Mann/Frau bildet, dauert es nicht lang und man hat eine Gruppe von 10 bis 20, sich wie Touristen aufführender Inder um eine Arbeitsbox versammelt. In einer Box arbeiten eigentlich nur 4 Leute.
Irgendwann zwischen 12 :00 und 14:00 Uhr ist dann für die meisten Mittagspause. Die paar Leute, die dann noch da sind, schreien einfach über 50m Luftlinie hinweg, wenn sie ein Problem haben und natürlich wird die Antwort auf dem selben Weg gegeben.
Ab 14:00 Uhr ist dann für manche wieder Kaffeepause, d.h. man trifft sich in der Kaffeeecke und unterhält sich lautstark und lacht noch lauter. An Schalldichte Türen hat man dabei übrigens auch nicht gedacht und außerdem schein ich der einzige zu sein, der die Tür zumacht. Zwei Minuten später steht das Ding schon wieder offen und nachdem ich mich 3mal bemüht hab die Pforte zu schließen, hab ich auch keine Lust mehr, mich zu erheben.
Ganz interessant wird es, wenn jemand eine Mail an den Verteiler schickt und verkündet, dass er oder sie Chips oder Snacks an seinem/ihren Platz hätten. Scharenweise wird dann an den Platz gepilgert und man steigt über die flachen Abgrenzungen der Boxen, kämpelt sich ein bisschen und hat natürlich wieder was zu lachen - kurzum: wie im Kindergarten. Highlights wie Geburtstage oder einer/eine kommt von seinem Besuch aus Deutschland wieder, möchte ich an dieser Stelle nicht beschreiben :)
Naja gegen 18:00 Uhr ist dann meistens die Ruhe wieder eingekehrt und man kann ganz gut arbeiten, außer das es dann natürlich an der Zeit wäre Feierabend zu machen. Ergo hat man nur die Zeit vor 10:00 Uhr und dann heißt es Kopfhörer aufsetzen und Musik lauter als die Umgebung stellen - doof, wenn man die Kopfhörer vergessen hat...
Aber es geht zum Glück nicht nur mir so: Bei Daniel hat man sich Gestern überlegt das Büro mitten zur Arbeitszeit zu streichen. :P
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Gestern hatte ich noch vor einen Badmintonschläger zu kaufen, also hab ich mir ein Sportgeschäft aus den Gelben Seiten gesucht und Adresse und Telefonnummer herausgeschrieben. Als ich dann in meinem Taxi saß, hab ich meinen Fahrer gebeten mich vorher zu dem Sportgeschäft zu fahren. Er hielt es für eine bessere Idee zu einem Geschäft zu fahren, das auf dem Weg zum Gästehaus liegt - kein Problem, solange ich dort einen Schläger bekomm. Leider hatte der Laden geschlossen. Als ob es keine weiteren Sportgeschäfte in Bangalore gäbe, sind wir dann einmal quer durch Bangalore gefahren (zwei Stunden) und haben tatsächlich ein recht gutes gefunden. Danach ging es zurück zum Gästehaus, ich hatte meinen Schläger und wir haben eine Stadtrundfahrt durch Bangalore's Gassen gemacht.
Demnach geht es heute gleich Badminton in Palm Meadows spielen und natürlich noch schwimmen :)

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Schönen Arbeitstag.

Mittwoch, 21. März 2007

100

JIPPY...Gestern hat sich der 100. Besucher auf meine Seite innerhalb einer Woche verirrt :D

Hier geht alles soweit seinen Gang: nichts Spektakuläres oder Besonderes. Daniel hat mit einer Darminfektion zu kämpfen, zumindest hat er Durchfall und hat sich dafür entschieden sich erstmal zu kurieren.
Ich fühl mich wie immer topfit und sitz grad auf der Arbeit und bereite mein nächstes Meeting vor. Hier geht es anscheinend nicht so richtig vowärts. Na mal sehen was nach dem Meeting herauskommt und ob ich wieder von vorne anfangen darf...Irgendwie ist die Woche eine ganz normale Arbeitswoche: Man geht Früh auf Arbeit, arbeitet, kommt abends zurück und spannt noch ein bisschen aus, um am nächsten Morgen wieder einigermaßen ausgeschlafen auf Arbeit zu gehen.

Montag, 19. März 2007

Sonne, Pool und Sport

Gestern und heute besuchten wir Nico, Doreen, Judit und Maurice in Palm Meadows - einem Gebiet mit reichlich 500 Villen (Preis zur Miete: 90000 Rs, ca. 1600€ pro Monat...aber dafür hat man auch mindestens 2 Schlafzimmer mit Bad)
In der Anlage gibt es auch eine Freizeitanlage. Hier sind Maurice und Hanna beim Billard spielen zu sehen.



Außerdem haben wir noch Badminton und Tischtennis gespielt. Squash, Tennis, Muckibude, Sauna und Massage gibt es natürlich auch.
Den größten Teil des Tages haben wir es uns aber am "Strand" gemütlich gemacht. Die 2 Fotos wurden erst gegen 19:00 Uhr gemacht und deswegen ist es schon etwas dunkler.



Am Abend sind wir dann in Nicos Villa gegangen und haben es uns auf der Dachterasse gemütlich gemacht. Neben Bier und dem neumodischen Kram (Mixgetränke :) ) gab es noch eine Festmahlzeit vom Inder - selbstverständlich frei Haus geliefert. Mit dem Taxi ging es dann für Hanna, Daniel und mich zurück. Gegen 2:30 Uhr sind wir totmüde ins Bett gefallen.

Eigentlich wollten wir heute Go-Cart fahren gehen. Aber die Strecke scheint es leider nicht mehr zu geben. Also haben wir kurze Hand den gestrigen Tag wiederholt. Das Gelage am Ende haben wir besser sein gelassen. Schließlich muss man ja hier Morgen wieder arbeiten.