Die Zeit vergeht wie im Flug (obwohl ein Flug auch langweilig sein kann und man die Ankunft kaum erwartet :) ), denn jetzt ist schon der erste Monat meines Aufenthalts in Indien vorbei.
Für Samstag wollten wir uns mit Judit zu einer Stadtrundfahrt durch Bangalore treffen. Bedeutete für uns erstmal ausschlafen und zu um 13:00 Uhr dann in die Stadt fahren lassen, Rickshaws gibt es ja genug. Treffpunkt war Bangalore Central - eine recht große Mall, ähnlich wie Kaufhof bei uns. Maurice wollte ein bisschen bummeln gehen und blieb deswegen dort, während Daniel, Judit und ich uns von Judits Fahrer zum Treffpunkt der Stadtrundfahrt kutschieren lassen haben. Der Fahrer wusste nicht ganz genau, wo das sein sollte, ließ sich aber dennoch nicht durch die Uhr beindrucken. Aber hier lebt man ja auch nach Indian Standard Time, was bedeutet, dass es auf eine Stunde früher oder später nicht ankommt. Irgendwann haben wir dann das Touristenbüro gefunden, mittlerweile war es auch nach 14:00 Uhr und Busse gab es weit und breit nicht. Also rein in das Büro und fragen wo man die Tickets für die Tour kaufen kann, Pustekuchen, denn begrüßt wurden wir mit gähnender Leere: Mittagspause bis halb drei :(. Selbst mit der für Indien typischen Verspätung haben wir die Tour jetzt definitiv verpasst. Also erkundigten wir uns, wann wir uns Anmelden können und sind dann wieder abgetrabt. Auf Sightseeing hatten wir dann auch irgenwie nicht mehr so richtig Lust und baten den Fahrer uns doch bitte wieder abzuholen. 2 Minuten später war er da.
Uns wurde schon mehrfach von einem Markt erzählt, wo man Hemden für 150Rs (ca. 2,70€) einkaufen kann. Der Fahrer kannte auch den Ort und chauffierte uns dorthin. Wir fanden dort eine rießige Auswahl an Hemden, Hosen und Saris. Im Laufe des Tages kaufte Daniel sich 3 Hemden und eine Hose und ich mir 2 Hemden und eine Hose und eine Gürtel, der auf links und rechts zu tragen ist und damit 2 unterschiedliche Farben hat - wie toll :D. Alles in Allem haben wir rund 40€ ausgegeben. Judit hat dann auch irgendwann eine Hose für sich gefunden und gegen 7 waren wir wieder im Gästehaus.
Für 20:00 Uhr waren wir mit Doreen und Nico zum Essen im legendären Maharaja Restaurant verabredet. In weiser Voraussicht auf die Menge haben wir uns zu 6, Hanna hat sich auch noch dazugesellt, nur 3 Gerichte bestellt.
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Für die Nacht wollten wir zu einer Party gehen. Allerdings ist das Veranstalten von Privatpartys nicht ganz so einfach, denn in Bangalore machen die Restaurants, Diskos und Pubs seit 2 Jahren schon gegen elf zu. Der Grund liegt darin, dass es der Polizei wohl irgendwann zu bunt geworden ist.
Die Feier war wohl schon einen Monat lang angekündigt, trotzdem haben wir erst 3 Tage davor davon erfahren. Man sollte also zu einem Auto in einem abgelegenen Stadtteil fahren, 500Rs bezahlen und bekommt dann den Eintrittsstempel und die Adresse der Veranstaltung. Judit und Doreen war die ganze Sache dann doch zu suspekt und sie sind wieder abgeprungen. Daniel und ich hingegen sind mutig in eine Riskshaw gestiegen und haben uns in den Stadtteil fahren lassen. Je länger wir unterwegs waren, umso mulmiger wurde auch uns zu Mute: Auto am Ende der Welt, Telefonnummern, wo wir nicht wissen ob es sie gibt und keine Anschrift der Lokation...aber wir waren uns zumindest des Risikos bewusst ;) Eine halbe Stunde später meinte der Fahrer wir seien an der Adresse, wo das Auto parken sollte, aber es war weit und breit kein Auto zu sehen. Ich also die Nummern gewählt, die erste ging nicht, aber bei der 2. wurde abgehoben. Nach dem Auto gefragt und das Telefon zur Wegbeschreibung an den Fahrer weitergegeben. Weiter gefahren und wieder angerufen. Mann möchte es nicht glauben, aber wir haben das Auto tatsächlich gefunden und es standen auch recht viele Weiße dabei. Wir die 500Rs pro Person bezahlt und uns eine visitenkartengroße Karte und ein paar erklärende Worte zur Wegfindung geben lassen. Zu uns gesellte sich noch ein Ungar dazu und nun saßen wir zu dritt in der Rickshaw wieder nichts ahnend wo uns die Fahrt hinbringen würde. Der Fahrer hatte genauso wenig Ahnung wie wir und so kam es, dass wir uns mitten im Nichts verfahren haben. Zu unserem Glück haben dann noch eine Citytaxi und eine andere Rickshaw genau den selben falschen Weg eingeschlagen und einige Telefonate und 45 Minuten später sind wir doch tatsächlich angekommen, wo wir hinwollten.
Wir diskutierten noch kurz mit dem Fahrer, ob er denn auf uns warten könnte bis wir wieder da sind - mit entsprechender Bezahlung geht alles und so hat er auch das Geschäft des Monats mit uns gemacht.
Mit inzwischen sehr guter Laune und auch schon ein bisschen Stimmung haben wir dann die Partyzone betreten: ein rießiges Gebiet mit einer Villa, großem Pool und ein Gartenhaus mit runder Terasse oben drauf. Hier wurden auch die Getränke zur Selbstbedienung angeboten: warmer Rum, warme Softdrinks (Cola, Fanta, Sprite) und später Wasser und sogar Bananen und Melone.
Neben dem Pool war eine recht große Tanzfläche und auch ein DJ versuchte aufzulegen. Versuchte, weil es erstmal keinen Strom gab und der Vermieter der Anlage sich auch irgendwie ein bisschen quer gestellt hat.
Also hieß es erstmal etwas zu trinken besorgen. Auf der Terasse waren inzwischen an die hundert Menschen und jeder sprach mit jedem. Ungefähr so, wie eine rießige Kennenlernveranstaltung. Leute aus der ganzen Welt waren da: Chinesen, US-Amerikaner, Kandier, Inder und Europäer aus fast allen Ländern, und jeder sprach mit jedem. Neben den üblichen Standardfragen wo man her kam, was man hier macht und wie lange man in Indien ist und sein wird, wurde auch über Gott und die halbe Welt gesprochen und man hatte viel zu lachen :D
Nach einem kurzen Tanz, haben wir uns für eine Erfrischung im Pool entschieden. Erst waren wir zu dritt und haben mit einem Schwimmring gespielt, so gesellten sich nach kurzer Zeit mehr und mehr zu uns und wir haben in Mannschaften gegeneinander gekämpft. Nachdem der Schwimmring keine Lust mehr hatte und seine Luft verloren, ging es hart her beim Chickenfight. Immer 2er Teams, jeweils einer auf den Schultern des anderen und dann last-man-standing war die Devise. Das hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und man hat wieder viele neue Leute kennengelernt.
Der Rest des Abends bestand daraus, im Wechsel was trinken zu gehen und versuchen zu tanzen, denn der Besitzer meinte, er müsse dem Pool das Wasser entziehen, was übrigens einen Teil der Anlage in ein Sumpfgebiet verwandelt hat.
Von den über 200 Anwesenden hat man mit mindestens einem Viertel ein mehr oder weniger langes Gespräch geführt und mit manchen Telefonnummern und Emailadressen ausgetauscht.
Halb 5 haben wir uns dann auf die Suche nach unserer Rickshaw gemacht und sind dann gegen halb sechs wieder in der Unterkunft angekommen.
Fazit: Wenn man von der Wegfindung absieht, richtig geile Party mit coolen Leuten!
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Der Sonntag wurde dann logischer Weise zum ausschlafen, Film gucken und Computer spielen genutzt. Nur einmal sind wir raus, um uns bei Pizza Hut was zu futtern zu organisieren :)
Montag, 26. März 2007
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